Main-Echo

23.05.2014

 

Gastschule

Freundschaften fördern ist eines der Ziele von Comenius Schulpartnerschaften. Beim Begrüßungsfest in der Erlenbacher Barbarossa-Mittelschule bedankt sich Ilhan Gülcan, Rektor der Ciftehavuzlar Schule in Izmir, für den freundlichen Empfang. Foto: Ruth Weitz

 

Junge Türken erleben Erlenbach

Comenius-Schulpartnerschaft: Jugendliche aus Izmir zu Gast bei Barbarossaschülern - Verstehen lernen, Verständnis stärken - Gegenbesuch im Oktober

In einer Schule ist Leben, wenn nicht gerade Ferien sind. Am Mittwochvormittag war es in der Erlenbacher Barbarossa Mittelschule besonders lebendig. Es wieselte und wuselte, bis alle auf den Stühlen in der Aula Platz genommen hatten und das Festprogramm zu Ehren einer 24-köpfigen Delegation aus der türkischen Hafenstadt Izmir starten konnte. Seit Montag sind die Gäste aus der Ciftehavuzlar Schule im Rahmen der Comenius-Schulpartnerschaft mit Erlenbach zu Besuch in Deutschland.

Projekt als Gemeinschaftsleistung

Das Projekt war in einer Gemeinschaftsleistung verwirklicht worden, betonte Rektor Michael Hren in seiner Begrüßung. Er erwähnte die Väter und Mütter im Agenda 21 Arbeitskreis, den Birgit Gründer und Ayfer Günay bei der Feier repräsentierten, Rudi Reißmann, Leiter des Jugendzentrums Erlenbach und einen Vorgänger als Barbarossa-Schulleiter, Ulrich Wohlmuth, der nun als Schulrat ein Vorzeigemodell unter den Schulen im Landkreis Miltenberg präsentieren kann.

Michael Hren, seit Februar Schulleiter in Erlenbach, betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzuführen. Die Partnerschaft der beiden Schulen aus Erlenbach und Izmir im Comenius-Projekt bezeichnete der als eine ganz große Chance für die Völkerverständigung und das friedliche Zusammenwachsen. Er zeigte sich überzeugt, dass durch die intensive Begegnung ein tieferes Verständnis für die jeweilige Kultur des Anderen geschaffen wird und Vorurteile beseitigt werden. »Das gehört meines Erachtens auch zu einer guten Bildung«, so der Schulleiter.

Freundschaft fördert Frieden

Dem schlossen sich die weiteren Redner des Vormittags an. Landrat Jens Marco Scherf hob die friedensstiftende Wirkung der Comenius-Partnerschaft hervor: »Die Freundschaft von jungen Menschen ist die Förderung von Frieden und Demokratie«, sagte er. Ilhan Gülcan, Rektor der Ciftehavuzlar Schule in Izmir, erinnerte daran, dass die deutsch-türkische Freundschaft schon lange währt und überbrachte die Grüße aus der Heimat. Er war zusammen mit den Lehrerinnen Ayse Dudu Kilicoglu, Döndü Celik, der Projektleiterin Tülin Turan und den 20 Schülern angereist, um zehn Tage lang den intensiven Austausch zu pflegen. Grußworte sprachen auch stellvertretender Bürgermeister Werner Hillerich, Schulrat Ulrich Wohlmuth und Projektkoordinator Christian Geßner, der mit seiner Frau Alexandra die türkische Delegation und die Erlenbacher Comenius Arbeitsgruppe (AG) in den zehn Tagen begleitet. Zudem haben die Jugendlichen aus Izmir je einen Partnerschüler aus Erlenbach an der Seite.

Geßner erarbeitet mit den Jugendlichen der AG eine digitale Karte, die zentrales Thema im Comenius-Projekt ist. Sie ist auch die Basis für die Unternehmungen während des zehntägigen Besuchs der Türken. Hervorgehoben sind die Orte und Punkte, die den Jugendlichen besonders wichtig sind. »Dabei steht vor allem das direkte Erkunden und Erleben im Mittelpunkt«, so Geßner. Die Partnerschüler in Izmir fertigen ebenfalls eine solche Karte an, die dann beim Gegenbesuch der Erlenbacher im Oktober die Basis für gemeinsame Unternehmungen sein wird.

Gespräche beim Grillfest

Umrahmt wurde die Feier mit einem Programm, das mit viel Fantasie und Herzblut von den Schülern und Lehrern der sechsten und siebten Klassen zusammengestellt worden war und von zwei Schülern der Comenius-AG moderiert wurde. Beim großen Kennenlernabend mit den Gastfamilien gab es neben gemeinsamen Gesprächen beim Grillfest ein beeindruckendes und unterhaltsames Schwarzlichttheater, das die Schüler und Lehrer eingeübt hatten. Wie gestern bereits nehmen die Gäste aus Izmir auch heute am Unterricht in den Klassen der Erlenbacher Partnerschüler teil.

Ruth Weitz

 

Hintergrund: Bilaterale Comenius-Schulpartnerschaft

Das Comenius-Projekt wird aus europäischen Fördermitteln gespeist und ist ein Programm für die schulische Bildung. Eine bilaterale Schulpartnerschaft wie die zwischen Erlenbach und Izmir besteht, wenn zwei Schulen aus den 28 Teilnehmerstaaten mit unterschiedlichen Sprachen zur Förderung des Fremdsprachenlernens zusammenarbeiten. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf Spracherwerb und gegenseitigen Klassenaustausch für Schüler im Alter ab zwölf Jahren. Die Partnerschaft der Barbarossa Mittelschule in Erlenbach und der Ciftehavuzlar Schule in Izmir steht unter dem Motto »I Show you my City«. Schüler stellen ihre Heimatstadt mit digitalen Karten vor, auf denen sie aus ihrer Sicht bedeutsame Punkte hervorheben.

Vom 19. bis 28. Mai sind 20 Schüler, drei Lehrer und der Rektor der Ciftehavuzlar Schule Gäste in Erlenbach. Bisher waren sie gemeinsam mit den Partnerschülern zunächst in der Jugendherberge Affhöllerbach im hessischen Odenwald untergebracht, ab heute wohnen sie bei Gastfamilien in Erlenbach. Neben Ausflügen und Aktivitäten besuchen sie den Unterricht an der Barbarossaschule. Es wird überwiegend Englisch gesprochen. Im Oktober ist ein Gegenbesuch einer Delegation aus der Erlenbacher Mittelschule in Izmir geplant. Comenius-Projektleiterin auf türkischer Seite ist Lehrerin Tülin Akgün Turan, auf deutscher Seite Alexandra und Christian Geßner. Sie sind auch für die Programm᠆gestaltung verantwortlich.

(Ruth Weitz)


 

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