Main-Echo

06.02.2014

 

Jugendtreff Großheubach

Miltenberger Multikulti-Team: Sozialpädagogin Tanja Trunk (rechts) mit den Schülern Sevimnur Baran, Alma Dacik, Dimitrios Ntomotas, Piotr Lissy und Kerem Eryilmaz. Foto: Marc Heinz

»Multikulti gab’s schon immer«

Ausstellung: Kleinheubacher Schüler zeigen Bilder zum Thema Migration im Landratsamt - Bis Freitag zu sehen

Miltenberg »Multikulti gab’s schon immer«: Diesen Titel trägt eine Ausstellung, die derzeit im Rahmen der Schwerpunktreihe »Jugend gegen Rechts« in Kooperation mit der Kommunalen Jugendarbeit im Foyer des Landratsamts Miltenberg auf vier Stellwänden gezeigt wird.

Zur Zeit des Projekts vor einem Jahr waren die beteiligten Schüler der Grund- und Mittelschule Kleinheubach noch in der sechsten Klasse. Sie malten Bilder, schrieben Texte und Gedichte oder führten Interviews zum Thema »Heimat«. Da Familien schon immer auf Wanderschaft waren, sind Probleme der Migration ein uraltes Thema der Menschheitsgeschichte.

Jugendtreff-Idee

Die Idee entstand zunächst im Jugendtreff Kleinheubach unter der Leitung von Tanja Trunk. Anschließend wurde sie zu einem Gemeinschaftsprojekt mit der Schule in Zusammenarbeit mit Lehrerin Sarah Ludwig.

»Wir haben uns entschlossen, die Beschäftigung mit dem Thema aus dem Jugendtreff in die Schule zu tragen«, erläutert Tanja Trunk, »weil wir dann ernsthafter daran arbeiten konnten.« Eine gute Inspirationsquelle sei das Buch »The Arrival« von Shaun Tan gewesen. Ausschließlich in Bildern wird dort die Geschichte einer Auswandererfamilie erzählt. Eine Sprachbarriere ist praktisch nicht vorhanden und es werden direkt die Gefühle des Betrachters angesprochen.

 Kinder aus Familien, die nach Deutschland einreisen, müssten sich zunächst an die neue Umgebung gewöhnen, so Trunk. Nicht selten sei dies mit Ängsten und Enttäuschungen verbunden. Die Beschäftigung mit dem Thema »Multikulti gab’s schon immer« machte es den Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren leichter, die Frage der Herkunft zu reflektieren.

»Zunächst haben wir Mindmaps gemacht, welche Methoden sich gut für eine künstlerische Auseinandersetzung eignen«, beschreibt Trunk die Vorgehensweise. Bei der Fülle an Projekten im Schulalltag fällt es manchen Schülern schwer, sich an die vor einem Jahr geschaffenen Kunstwerke zu erinnern. Für manche ist die Auseinandersetzung jedoch noch sehr präsent. »Ich habe ein Gedicht geschrieben über meine Heimat Isparta in der Türkei«, sagt Kerem Eryilmaz. Die Schülerin erinnert sich gern an das Land ihrer Herkunft. Dort sei es immer so schön warm. Ihre Oma lebe noch dort, zusammen mit den Geschwistern. »Hier in Deutschland ist alles anders«, so die Zwölfjährige. »Zuerst hatten wir fast keine Bekannte. Das war schon ziemlich schwer.«

Dimitrios Ntomotas kommt ursprünglich aus Xanthi in Griechenland. »Wir verbringen meistens unseren Urlaub dort«, erzählt er. Er habe ein Bild mit einem Strand gemalt, der ihn an seine Heimat erinnert.

Alle entstandenen Bilder und Texte wurden bereits auf dem Schulfest gezeigt, doch nun sind sie im Rahmen der Ausstellung im Landratsamt während der Öffnungszeiten des Amtes noch bis zum Freitag zu sehen.

Marc Heinz


 

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