Main-Echo

26.07.2011

Sehr fantasievoll, auch sehr überlegt: acht Stelen aus Eichenholz.

Fotos: Heinz Linduschka

 

Weinkultur durch Kunst erfahrbar

Vernissage: Erlenbacher Kinder und Jugendliche begeistern mit ihrer Kreativität am Rotweinwanderweg

Etwas Geld ist schon nötig, dazu viel Idealismus und Kreativität und die Zusammenarbeit vieler Hände und Köpfe. Dann kann so etwas zustande kommen wie am Rotweinwanderweg über den Dächern von Erlenbach.

Seit Sonntag können sich Einheimische, Touristen, Winzer und Kunstfreunde über fantasievolle und harmonische Kunstobjekte freuen, die den Weg durch die Weinberge von Erlenbach nach Klingenberg noch attraktiver machen.

Der Grund: Anlässlich 750 Jahre »Weinbau in Erlenbach« hatte die Stadt drei Künstlern aus dem Kunstnetz Miltenberg die Möglichkeit gegeben, mit Schülern eine Woche die Schulbank mit Natur und Atelier zu tauschen. Die Ergebnisse begeisterten am Sonntag mehr als 200 Besucher, die zur Vernissage auf die Aussichtsplattform gekommen waren.

Stilvoll umrahmte das Saxofonquartett des Hermann-Staudinger-Gymnasiums unter Leitung von Bernhard Wehle mit dem »Freude schöner Götterfunken« und Carpentiers Eurovisionshymne die kleine Feier, bei der Bürgermeister Michael Berninger viel Lob für die kleinen und großen Künstler fand und nahtlos das Kunst- und das Tourismuskonzept miteinander verknüpfte. Beide hätten das Ziel, die Stärken der Stadt zu steigern und den Hochberg zum »Erlebnisberg« zu entwickeln.

Informationen aus erster Hand

Die Mädchen und Jungen, alle zwischen zehn und 15 Jahren, hatten unter Anleitung von Wera Grünwald, Ossi Kara und Christiane Leuner gearbeitet, die auch die Projektleitung zu schultern hatte. Die Besucher erhielten am Ende der Veranstaltung Informationen aus erster Hand von den jungen Künstlern.

In den nächsten Monaten und Jahren gibt es nun neue Attraktionen, wenn man sich zu Fuß oder per Rad auf den Weg zwischen den Weinreben von Erlenbach nach Klingenberg macht.

Die Viertklässler der Dr. Hellmut-Vits-Grundschule hatten zusammen mit Ossi Kara Beton in Weinflaschen und Bocksbeutel gegossen, das Glas abgeschlagen, den Betonkörper grundiert und mit Acrylfarben bemalt. Nun verwandeln acht Mobiles aus je sechs bis acht Betonflaschen mehrere hundert Meter Weg in eine Überraschungsstrecke, bei der sich der Blick nach oben immer wieder lohnt.

Sehr fantasievoll, auch sehr überlegt: die acht Stelen aus Eichenholz, die Mädchen und Jungen aus der Klasse 6 b der Barbarossaschule zusammen mit Christiane Leuner am Wegrand platziert haben. Sie symbolisieren die vier Elemente, stehen für Rot- und Weißwein, machen kunstvoll und aussagekräftig klar, dass nur mit harmonischer Zusammenarbeit Weinkultur - und Kunst - gedeihen kann und lassen die Betrachter die historischen Buntsandsteinlagen Erlenbachs und das Kulturgut Wein hautnah und überzeugend erleben.

Spiegelobjekt Sonnentraube

Besonders eindrucksvoll, und sicher ein Glanzlicht am Weg: das Spiegelobjekt Sonnentraube, vier Meter hoch und fast zwei Meter breit, das Wera Grünwald mit Schülern der 9. Klassen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums erarbeitet hat. Spiegel, die in Traubenform angeordnet sind, schicken Sonne und Licht hinunter in die Stadt, Pastellmalerei, die in aufwendigem Verfahren verkleinert, witterungsbeständig gedruckt eine autarke Bildkomposition auf den Stelen bilden, ein aussagekräftiges Kunstwerk, das auch einen zweiten und dritten Blick verdient.

Rund 80 aller drei Erlenbacher Schulen in kreativer Zusammenarbeit, drei Künstler, die ihre eigene Handschrift bewahrt und zugleich für ein harmonisches Gesamtkunstwerk in drei eigenständigen Facetten genutzt haben, Kommunalpolitiker vom Stadtrat über den Kreis bis zum Bezirk, die trotz knapper Kassen Geld in die Hand genommen haben: In Erlenbach steht tatsächlich ein neues Kunstwerk.

Heinz Linduschka

Acht Mobiles aus je sechs bis acht Betonflaschen bieten auf mehreren hundert Metern Weg eine Überraschungsstrecke.

Besonders eindrucksvoll und sicher ein Glanzlicht am Weg: das Spiegelobjekt Sonnentraube, vier Meter hoch und fast zwei Meter breit.


 

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