Main-Echo

16.07.2011

 

Die Tanz-AG und die Musikgruppe der Barbarossa-Mittelschule vor der abstrakt bemalten Betonwand: Sie sorgten für die passende Unterhaltung bei der Übergabe des Lichthofs. Foto: Sylvia Breckl

 

Unterrichts-Oase an heißen Tagen

Kunst-Kooperation: Erlenbacher Barbarossa-Schüler gestalten Betonwand für Lichthof

Wie aus einer grauen Betonwand ein buntes Kunstwerk werden kann, haben Neuntklässler der Barbarossa-Schule eindrucksvoll bewiesen: Unter Leitung von Christiane Leuner vom Kunstnetz des Landkreises Miltenberg haben 19 Schüler in sechs Arbeitstagen an den Betonwänden des Lichthofs, eines Außenbereichs der Schule, gearbeitet.

Was vorher einen eher trostlosen Anblick bot, sei nun zu einem »naturgekühlten und motivierend gestalteten Freiluft-Klassenzimmer« geworden, freute sich Schulleiter Ulrich Wohlmuth bei der Einweihung am Donnerstag. In dem schattigen und mit bunten Farben angemalten Bereich können sich die Schüler der Ganztagsbetreuung ab sofort auch nachmittags aufhalten.

Hintergrund des Kunstprojektes ist, dass es in Zeiten von Ganztagsbeschulung den Begriff »hitzefrei« nicht mehr gibt, so Rektor Wohlmuth. Die Eltern verließen sich darauf, dass ihr Kind bis 15.45 Uhr wohlauf und beaufsichtigt ist. Was also tun, wenn sich nach heißen Tagen die Hitze auch im Schulgebäude staut, der Unterricht für Schüler und Lehrer unerträglich wird? Nach Diskussionen um Wärmeschutz und Klimaanlage, die es bei der kommenden Generalsanierung zu bedenken gilt, entdeckte die Schulleitung den Lichthof wieder - und suchte sich als Partnerin die in Großheubach lebende freischaffende Künstlerin Christiane Leuner.

Diese begann im November 2010 die Arbeit mit den Schülern. Zunächst in Ölmalkreide auf Papier, im Frühjahr dann mit spezieller Außenbetonfarbe, die vom Kunstnetz gestellt wurde, nahmen die farbintensiven, abstrakten Gebilde auf den Betonmauern nach und nach Form an. »Jeder war erstaunt, was er eigentlich kann und was in ihm steckt«, beschrieb die Künstlerin die Zusammenarbeit mit den Hauptschülern, die sich bereitwillig auf das Projekt eingelassen und Schritt für Schritt die vorgegebenen Ideen weiterentwickelt haben.

»Ein faszinierender Prozess«, so die Beobachtung der Kunsttherapeutin. Teamgeist, Durchhaltevermögen und Kreativität waren gefragt, denn die 40 Meter graue Betonwand stellte für die Schüler zunächst eine Herausforderung dar, die auch der Klassengemeinschaft zu Gute kam »Manche Schüler, die eher still oder faul waren, haben sich richtig eingebracht, und auf einmal ganz tolle Fähigkeiten an sich entdeckt.«

Das bestätigte auch Antonio Solmaz aus der 9 c: »Unser Klassenzusammenhalt ist durch die gemeinsame Arbeit viel besser als vorher. Wir hatten viel Spaß, aber wir haben auch etwas gelernt: Zum Beispiel, dass man an einer Sache dran bleiben muss.«

Dass die Kooperation aus Kunstnetz und Schule eine sehr »berufspraktische« ist, stellte auch Erlenbachs stellvertretende Bürgermeisterin Anne Tulke heraus: Sie würdigte die kreative Teamarbeit und riet den in einer Woche entlassenen Hauptschülern, das Gelernte mit an ihren künftigen Arbeitsplatz zu nehmen. Der Dank der Schulleitung ging nicht nur an die Schüler der Klasse 9 c, sondern auch an die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die sich zuvor der Reinigung von Boden und Wand angenommen hatten, sowie an die Technikgruppen der Klassen 7 a, 7 b und M 7 für das Restaurieren und farbige Gestalten von Tischen und Bänken. An denen können die Schüler künftig an heißen Tagen den Nachmittagsunterricht »genießen«.

Sylvia Breckl

 


 

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