Main-Echo

30.04.2011

Angst haben ist nicht schlimm

Jugendarbeit: Kletteraktion mit Seilbrücke, Baum und Slackline für Erlenbacher Hortkinder in der Mechenharder Schlucht - Erste Tränen getrocknet

Das Balancieren auf dem Seil ist gar nicht so einfach. Das erlebten Erlenbacher Hortkinder bei einer Kletteraktion mit Seilbrücke, Baum und Slackline. Foto: Jennifer Kraus

 

Ein etwas anderes Ferienprogramm erlebten acht Schüler aus dem Erlenbacher Kinderhort am Donnerstag in der Mechenharder Schlucht. Dort bot das Jugendzentrum in Zusammenarbeit mit der kommunalen und präventiven Jugendarbeit des Landkreises Miltenberg eine erlebnispädagogische Aktion mit Seilbrücke, Kletterbaum und Slackline (ein dicht über dem Boden gespanntes Seil für Balanceübungen) an.

Nachdem die ersten Tränen bereits beim Anblick des Kletterbaums flossen, beruhigten Jugendzentrumsleiter Rudi Reißmann und Jugendpfleger Helmut Platz die kleinen Kletterer und versorgten sie mit Gurten und Helmen. Mit der Frage: »Meinst du ich will, dass der Baum kaputt geht«, die Helmut Platz beim Helmaufsetzen stellte, brachte er alle zum Lachen, und die anfänglichen Ängste verflogen. Nach Aufteilung in zwei Gruppe mit jeweils einer Erzieherin aus dem Hort durften die Erst- bis Viertklässler ihren Mut und ihre Geschicklichkeit am Kletterbaum und auf der Seilbrücke unter Beweis stellen.

Gefühl für Tragfähigkeit des Seils

Bevor sich die Schüler jedoch auf die Kletterleiter und die Äste des Baums stürzen konnten, befestigte Helmut Platz das Sicherungsseil am Klettergurt und erklärte seine Funktion. Die Kinder ließen sich im Gurt hängen und wurden am Sicherungsseil hochgehoben. So bekamen sie ein Gefühl für die Tragfähigkeit des Seils.

Danach suchte sich das erste Mädchen behände seinen Weg durch die Zweige bis ganz hoch zur Aufhängung der Klettervorrichtung und wurde anschließend am Seil wieder heruntergelassen. Nicht nur das Hochklettern verlangte den Sprösslingen Tapferkeit ab, auch das Herablassen am Seil. Dabei musste Helmut Platz immer wieder darauf hinweisen, sich nicht am Seil festzuhalten, sondern sich lieber locker im Gurt sitzend herunterbringen zu lassen.

Die zweite Gruppe an der Seilbrücke über die Schlucht hatte von Beginn an gehörigen Respekt, und die Suche nach einem Freiwilligen, der den Anfang macht, gestaltete sich schwierig. Sie hatten nicht wie die anderen die Möglichkeit, sich erst einmal langsam mit Gurt und Sicherung vertraut zu machen. Um die Schüler zu ermutigen, erklärte Rudi Reißmann, dass Angst wichtig sei, da man ohne sie leichtsinnig werde, Fehler mache oder sich in Gefahr bringe.

Einfach fallen lassen

Sobald ein Kind auf der Seilbrücke genug hatte und nicht mehr weiter gehen wollte, konnte es sich fallen lassen. Die anderen zogen es gemeinsam zurück. Mit der Zeit trauten sich die jungen Kletterer immer mehr zu, und manch einer spielte Tarzan, indem er nur noch am Sicherungsseil über der Schlucht hängend mit Hilfe von Rudi Reißmann hin und her schwang. Auch als sich ein Mädchen die Hand beim Fallenlassen einklemmte, war die Begeisterung der Sprösslinge nicht mehr zu bremsen, und der Schmerz sogleich vergessen.

"Meinst du, ich will, dass der Baum kaputt geht?!"

Helmut Platz, Jugendpfleger

Immer ungeduldiger und nervöser wurden die Wartenden, um noch einmal zu testen, wie weit sie über die Schlucht kommen. Nachdem die Gruppen die Plätze getauscht hatten und am Schluss noch Zeit blieb, tobten sich alle an der Seilbrücke aus. Die Slackline fand nur noch wenig Beachtung, da sie im Vergleich zu Kletterbaum und Brücke recht langweilig sei, so Rudi Reißmann. Beweis für die Faszination dieser Aktion: Keiner wollte gehen.

Jennifer Kraus

 

Meinungen zum Abenteuer

Jennifer Pfirrmann, 7 Jahre (2. Klasse): Ich fand die Kletteraktion aufregend und prickelnd und hatte keine Angst, da ich viel klettere und es gewöhnt bin.

Ümit Cetin, 10 Jahre (4. Klasse): Bei der Seilbrücke hatte ich erst Angst, aber später machte es mir doch Spaß. Beim Kletterbaum klappte es besser und ich war schnell oben.

Anne Bader, 7 Jahre (2. Klasse): Mir hat die Seilbrücke am meisten gefallen und ich würde so etwas gerne mal wieder machen.

Michael Kreile, 7 Jahre (1. Klasse): Bei der Seilbrücke wollte ich unbedingt als Erster drüber gehen, um den anderen zu zeigen, wie es geht. Die Brücke hat mir besser gefallen, da ich dort gut balancieren konnte. (jkr)


 

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